"Männlich, aktiv, aber lädiert sucht Anschluss..."

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Shetyna
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Re: "Männlich, aktiv, aber lädiert sucht Anschluss..."

Beitrag von Shetyna » So 12. Sep 2021, 13:07

ich habe gerade diesen Artikel von FOCUS zum Thema impfen entdeckt:

https://www.focus.de/gesundheit/coronav ... 14084.html?

vielleicht ist das ein kleiner Denkanstoß sich dazu durchzuringen das man geimpft auf jeden Fall besser geschützt ist.
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Jay-CS
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Re: "Männlich, aktiv, aber lädiert sucht Anschluss..."

Beitrag von Jay-CS » So 12. Sep 2021, 16:15

Danke für den Impf-Ratschlag ;-). Wie du schon sagst muss jeder seinen Weg finden...
Den focus-Artikel von letzter Woche find ich auch sehr gut.
Ich bin kein Impfgegner und hab überhaupt keine Angst vor Piekser oder ein bisschen zusätzlichem Unwohlsein - ich hab schon eine äußerst schmerzhafte Lumbalpunktion (um Schlimmeres auszuschließen) und mehr hinter. Ich hab auch immer wieder Berichte von Fibro-Impfungen sowie Fibro-CoV-Krankheitsverläufe gelesen, wohl an die 100, dazu Zusammenfassungen ähnlich deiner. Von diesen gab es schon schätzungsweise 5% schwere Impfverläufe. (Ich weiß nicht wie viele Berichte hier aufgelaufen sind?)
Was du nicht wissen kannst - Mein Problem ist nicht allein Fibro: Ich reagiere auf viele Behandlungen, bes. schulmedizinische Medikamente, aber auch einfach Wasser, die meisten Nahrungsmittel usw. mit sehr starken Nebenwirkungen. Wenn ich eins gelernt hab: Ich kenne mein Körper besser als jeder sonst und weiß inzwischen ziemlich drauf zu hören. Es haben mir viele gutmeinende und Ratschläge gegeben, Ärzte am weitesten vorne, auf die ich mich immer wieder erstmal eingelassen hab. Diese haben mich mit allem weit zurück geworfen - ich hatte recht, die unrecht. Oder ich hatte öfters mal gedacht etwas zu vertragen, was dann nicht der Fall war. Ganz selten anders herum. Also: Zu 70% bin ich mir sicher, dass eine Impfung mich ca. 3-4 Monate oder länger außer Gefecht setzen würde und/oder erhebliche Spätfolgen hätte.
Ich bleib bei wenig direkten Sozialkontakten, viel Abstand & Maske, ständig Tests.... und erhoffe, dass die Zeit zeigen wird, welche Impfung ggf. die beste für mich ist oder ob es eine zwar ansteckendere aber harmlosere CoV-Variante ist, die mich iwann doch erwischt...
Ich bedanke mich persönlich bei jedem, der das Impfen auf sich nimmt, so oft ichs höre. Aber wenn es jemanden gibt, der sich nicht impfen lassen sollte, dann bin ich es...

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Connie
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Re: "Männlich, aktiv, aber lädiert sucht Anschluss..."

Beitrag von Connie » So 12. Sep 2021, 17:01

Hallo Jay-CS,

interessant, daß du ME/CFS erwähnst. Ich habe vor einiger Zeit einen Bericht darüber gesehen und dachte, das paßt auch irgendwie auf mich. Es wurden da schwere und sehr schwere Fälle vorgestellt, so daß ich dann wieder dachte, so sehr schlimm ist es bei mir ja nun auch wieder nicht. In dem Bericht wurde erwähnt, daß man das diagnostizieren kann und es etwas mit den Faszien zu tun hat, wenn ich mich recht erinnere.
Nun habe ich ja auch noch Hashimoto-Thyreoiditis und diese kann ähnliche Sympthome wie Fibro machen.
Ich habe mich mit allem so gut wie möglich arrangiert. Die Kraft, immer mal wieder etwas Neues zur Besserung auszubrobieren habe ich leider nicht mehr, denn nichts hilft mir wirklich. Da ich nicht mehr jung bin, möchte ich meine mir verbleibende Zeit so gut wie möglich leben, Ärzte so wenig wie möglich aufsuchen und keine Zeit und Kraft für Therapien aufwenden.
Ich nehme mal an, daß du sehr viel jünger bist, deshalb verstehe ich sehr gut, daß du eine Besserung erreichen möchtest. Dazu viel viel Glück! :gl:

VG

Die Connie

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Shetyna
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Re: "Männlich, aktiv, aber lädiert sucht Anschluss..."

Beitrag von Shetyna » So 12. Sep 2021, 17:54

Hallo Jay,

kann verstehen das du dich dann nicht impfen lassen kannst, und es ist ja tatsächlich so das jeder seinen Körper am besten kennt.

Drücke dir die Daumen das das Virus einen großen Bogen um dich macht!

Viele Grüße
Shetyna
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Re: "Männlich, aktiv, aber lädiert sucht Anschluss..."

Beitrag von Jay-CS » So 12. Sep 2021, 19:53

Connie hat geschrieben:
So 12. Sep 2021, 17:01
ME/CFS ... das paßt auch irgendwie auf mich. ... so sehr schlimm ist es bei mir ja nun auch wieder nicht. ... diagnostizieren ... mit den Faszien zu tun ... Hashimoto-Thyreoiditis ... ähnliche Symptome ...Kraft, immer mal wieder etwas Neues zur Besserung auszubrobieren ... nichts hilft mir wirklich. ... verbleibende Zeit so gut wie möglich leben, Ärzte so wenig wie möglich aufsuchen und keine Zeit und Kraft für Therapien aufwenden. Ich nehme mal an, daß du sehr viel jünger bist, deshalb ... Besserung erreichen möchtest. Dazu viel viel Glück!
Hallo Connie - letztlich sind Diagnose-Ideen für mich höchstens mittel zum Zweck weitere Ideen zu finden wie es mir besser gehen kann. Da ich meine Einzelschmerzen fast auf null runter hab/krieg, stehen Zerschlagenheit & schnelle Erschöpfbarkeit mehr im Vordergrund und dafür guck ich gern über den (niedrigen) Zaun zu ME/CFS rüber. Eigentlich gehts mir nur darum jedes Symptom zu analysieren, Trigger zu finden und zu verbessern, da es ja jahrzehntelang keine schnellere Lösungen geben wird.
Um mein Hashimoto unter Kontrolle zu halten, scheint Selen erstmal zu reichen... Ärzte brauch ich nur noch um Akupressur zu verschreiben, und meine Nicht-Fibro-Werte (Blut/Herz, Geschwulst, Schilddrüse) usw. regelmäßig zu kontrollieren.

Ein spannender Ansatz, dass du sagst, dass dein Alter der Grund ist, weshalb sich keine Besserung lohnt. Das hab ich so noch nicht gehört und würde mich interessieren wie du das genau meinst!
Bei mir ist es so, dass die erste & klarste Motivation Zeit und Kraft für Therapien aufzuwenden war, dass ich 10 Monate volles Gehalt bekommen hab, obwohl ich krank war - für mich bedeutet das, dass ich in diesem Maß an meiner Besserung "arbeite". Daraus wird/wurde dann immer mehr klar, dass Besserung bedeutet, dass ich nicht nur mehr für meinen Arbeitgeber und damit auch weiteres Geld da sein kann, sondern auch für die Menschen dort, mit denen ich zu tun hab, und im Privaten insbesondere für meine Frau und mein Enkelkind, aber auch für die wichtigsten Teile meiner Familie und Freunde, jeweils für die und für mich. Es ist bei mir vielleicht viel einfacher zu erkennen, dass ich ohne Therapien nichts könnte, das wäre kein Leben, schon gar nicht irgendwas wie Normalität. Durch die Suche nach und das Ausprobieren weiterer Möglichkeiten sowie das was schon hilft, wende ich einige Stunden am Tag auf. Aber nach ca. 2J hab ich so ziemlich alles durch (vllt. 100 Behandlungsformen, mit allen Alltags-Veränderungen vllt. 200), hab mehr und mehr was schon hilft, mir Leben und eine Schein-Normalität bietet, selbst auf der Arbeit, selbst beim Toben mit meinem Enkelkind. Wo zieht man da die Grenze? Wenn ich mir vorstelle ich wäre 80 und ich müsste 8 Stunden am Tag aufwenden um die anderen 8 Stunden gut zu leben anstatt 0-2 Stunden und könnte nicht gut leben, dann würde ich es tun. Für mich hat es überhaupt nichts mit Alter zu tun. Dazu kommt, dass die Therapien usw. kaum lästig für mich sind. Erstens find ich das alles total spannend, ein Abenteuer. Zweitens genieße ich sie, sowohl die 4h/W Akupressur, bei allen Schmerzen dabei als auch die Selbstbehandlungen, Übungen & Co. und jetzt die Pülverchen bestellen und zubereiten. Das ist auch Selbstfürsorge, etwas was ich mir nie so viel gegönnt hab. Und dann noch die Besserungen! Gut, sagen wir mal ich wende zurzeit 3-4h/T auf und es wird seitdem ich ärztliche Behandlungen hinter mir lasse jeden Monat 1% besser, manchmal 5%. Das scheint sich nicht zu rentieren, "wirtschaftlich" zu sein. Aber erstmal kommt es darauf an, dass ich jetzt wieder einige Sachen tun kann, und zweitens, dass der Fortschritt Mut macht, Kraft & Optimismus befeuert... und drittens läppert es sich. Wenn ich viertens merke, dass ich meine Erfolge weiter geben kann wirds geradezu euphorisch. Allein dass seit einiger Zeit 2 gute Bekannte mit Fibro angeregt durch mich ähnliche Aminosäuren wie ich mit Erfolg begeistert einnehmen und gierig sind nach mehr - da kommt zusätzlich Freude auf! :-)

Aber ich bin jetzt gespannt & interessiert wie es bei dir ist! :lupe: Ich habs noch nicht verstanden und lern wie du merkst gern dazu! 8-)
LG! Jay

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Re: "Männlich, aktiv, aber lädiert sucht Anschluss..."

Beitrag von Claudia » Do 16. Sep 2021, 17:05

Hallo Jay!
Als bei mir Fibro diagnostiziert wurde ,wollte ich das erstmal nicht wahrhaben. Für jemand der in der Pflege und Intensivpflege gearbeitet hat ,war das so eine Diagnose wenn nichts anderes gefunden wird . Naja habe meinen Preis dafür gezahlt .
Bis ich soweit war das die Nerven blank lagen ,seitdem nehme ich regelmäßig Amitriptilin
und Gabapentin und Medikamente für meinen zu langen Darm und meine geschädigte Blase.
Hautprobleme habe ich bis zu dem Eintritt in die Wechseljahre mit 40 Jahren immer Akne gehabt und jetzt Couperose.
Ich mache regelmäßig morgens Gymnastik und Stretching Übungen um die Steife in den Griff zu bekommen und wenn das Wetter es zu lässt gerne auch Spaziergänge in der Natur.
Viele Grüße
Claudia

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Re: "Männlich, aktiv, aber lädiert sucht Anschluss..."

Beitrag von Jay-CS » Fr 17. Sep 2021, 19:18

Hi Claudia :-)
danke fürs Teilen! Du kommst also ganz gut mit den Nebenwirkungen von Amitriptylin & Gabapentin klar?
Ich schein bei der Steifheit anders zu sein als die meisten, weil ich sie den ganzen Tag hab, wenn ich länger als 10' in einer Position bleibe. Morgens hilft Gymnastik/Stretching auch mir kurz, aber erst GABA hat das jetzt alles zum Besseren geändert.
Tja, allein die Fibro wär ja schon weit mehr als genug... - dass wir immer schon vorher einiges mitbringen, was dann nochmal zusätzlich hochflammt.
LG! Jay

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Re: "Männlich, aktiv, aber lädiert sucht Anschluss..."

Beitrag von Connie » Do 23. Sep 2021, 13:01

Hallo Jay-CS,

danke für Deine Antwort. Ich bin gerade aus dem Urlaub zurück und es geht mir recht gut. Das ist immer so, wenn ich aus dem Urlaub zurückkomme. Daraus habe ich den Schluß gezogen, daß ich im normalen Alltag einfach weniger tun muß, damit es mir gutgeht. Das kann man jedoch nicht immer durchziehen.
Seit ich Venlafaxin nehme, hat sich mein Zustand verändert, ich fühle mich einfach besser.
Die Steifheit ist bei mir an manchen Tagen gar nicht da, genauso wie die Schmerzen. Dann gibt es aber wieder schlechtere Zeiten; leider weiß man nie, wann die sein werden.
Das mit dem Alter meine ich so, daß ich die Jahre, die mir noch bleiben, nicht mit Ausprobieren von Therapien zubringen will. Ich möchte das tun, was mir Freude bereitet und was ich jetzt noch kann. Ich habe mich damit arrangiert, daß früher vieles ging, und jetzt eben nicht mehr. Das war ein langer Prozeß, das für sich anzunehmen. Wenn ich so manchen Bericht lese, auch den deinen, denke ich, daß ich ein doch eher "leichterer" Fibrofall bin.
Jedenfalls bewundere ich dich, wie du dranbleibst, deinen Zustand zu verbessern.

Viele Grüße

Die Connie

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Re: "Männlich, aktiv, aber lädiert sucht Anschluss..."

Beitrag von Jay-CS » Fr 24. Sep 2021, 17:15

Hallo Connie,
ach schön, dass es dir so gut geht nach dem Urlaub.
Jetzt versteh ich auch glaub ich sogar vollkommen - ich interpretier dich jetzt mehr so, dass (abgesehen von Venlafaxin & Co.) "das Arrangieren" im Sinne von "Runterschrauben" ('pacing' = Schritte anpassen) deine Behandlung Nr. 1 ist, diese reicht dir und deine Symptome sind dann OK für dich, muss nur halt noch weiter angepasst werden.
In deiner Situation würde ich glaub ich genau so wenig nach neuen Behandlungsarten suchen, sondern nur nach Auslösern Ausschau halten und entsprechend weiter anpassen.

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Re: "Männlich, aktiv, aber lädiert sucht Anschluss..."

Beitrag von Connie » Mo 27. Sep 2021, 14:18

Ja, Jay, so ist es.

LG

Die Connie

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